Pflanzkartoffeln richtig auswählen und vorkeimen

Wenn Sie Kartoffeln im eigenen Garten anbauen, wählen Sie Pflanzkartoffeln danach aus, wann Sie ernten und welche Gerichte Sie damit zubereiten möchten. Das sind Knollen, die zum Anbau verkauft werden. Bei geprüftem Pflanzgut können Sie sich eher darauf verlassen, dass die angegebene Sorte stimmt. Die Knollen werden außerdem auf typische Kartoffelkrankheiten kontrolliert.

Beim Vorkeimen bilden die Knollen vor dem Pflanzen kurze, kräftige Triebe. So können die Pflanzen etwas früher zu wachsen beginnen. Ein bestimmter Erntetermin oder ein höherer Ertrag ist damit nicht garantiert.

Pflanzkartoffeln auswählen

Kaufen Sie möglichst Knollen, die ausdrücklich als Pflanzkartoffeln angeboten werden. Sie sind sortenecht, tragen also die angegebene Sorte, und wurden auf typische Krankheiten geprüft. Bei der amtlichen Anerkennung prüft man die Bestände und Knollen. In Bayern prüft man dabei zum Beispiel auf Krankheiten, die Reinheit der Sorte und sichtbare Schäden.

Achten Sie beim Kauf auf unbeschädigte Knollen ohne Fäulnis. Welche Sorte passt, hängt von der Reifezeit, dem Kochtyp und den Bedingungen im Garten ab. Speisekartoffeln aus dem Handel lassen sich grundsätzlich ebenfalls pflanzen. Ihre Sorte und ihr Gesundheitszustand sind für den Anbau aber weniger verlässlich einschätzbar.

Pflanzkartoffeln sind für den Anbau bestimmt. Verwenden Sie sie deshalb nicht einfach als Speisekartoffeln, sofern sie nicht ausdrücklich als Lebensmittel verkauft werden. Umgekehrt gilt: Dass eine Speisekartoffel austreibt, macht sie noch nicht zu geprüftem Pflanzgut.

Sorte nach Ernte und Küche wählen

Die Reifezeit zeigt ungefähr, wann Sie die Kartoffeln ernten können. Frühe Sorten passen, wenn Sie möglichst früh im Jahr ernten möchten. Spätere Sorten kommen eher infrage, wenn Sie Kartoffeln für eine längere Lagerung anbauen wollen. Frühkartoffeln haben häufig eine lose Schale und eignen sich deshalb weniger gut für längeres Lagern.

Der Kochtyp zeigt außerdem, wofür sich die Kartoffeln eignen. Festkochende Kartoffeln behalten beim Garen ihre Form und passen zu Salaten oder Aufläufen. Vorwiegend festkochende Sorten sind vielseitig. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen leichter und eignen sich zum Beispiel für Püree, Knödel und Suppen. Prüfen Sie die Sortenbeschreibung auf dem Etikett, denn Sortennamen und verfügbare Angebote können sich ändern.

Sorten unterscheiden sich in Geschmack, Konsistenz und Erntezeit. Die Wahl einer Sorte garantiert weder eine gesündere Ernte noch einen bestimmten Nährstoffgehalt. Inhaltsstoffe hängen unter anderem von Sorte und Wachstumsbedingungen ab.

Pflanzkartoffeln hell vorkeimen

Beginnen Sie früh genug mit dem Vorkeimen, damit die Knollen bis zum geplanten Pflanztermin Zeit haben. Je nach Sorte, Temperatur und gewünschtem Vorsprung dauert es ungefähr zwei Wochen bis fünf bis sieben Wochen. Legen Sie die Knollen mit etwas Abstand in Eierkartons oder eine flache Kiste, damit sie Licht und Luft bekommen.

Stellen Sie die Knollen möglichst hell bei etwa 10 bis 20 °C auf. Die Empfehlungen unterscheiden sich je nach Vorgehensweise: Manche beginnen mit einer wärmeren Phase, andere stellen die Knollen direkt hell und eher kühl auf. Wichtig ist, dass die Triebe Licht bekommen. An einem dunklen, warmen Ort wachsen sie lang und dünn und brechen beim Pflanzen leichter ab.

Wenden oder bewegen Sie die Knollen möglichst wenig. Ziel sind kurze, fest sitzende Triebe, die im Licht gewachsen sind. Als Richtwert gelten etwa 1 bis 2 cm; die tatsächliche Länge hängt von Sorte und Bedingungen ab. Die Knollen müssen nicht alle am selben Tag gleich weit ausgetrieben sein.

Den richtigen Pflanztermin abwarten

Pflanzen Sie erst, wenn der Boden abgetrocknet und warm genug ist. Gartenbau-Empfehlungen nennen als Richtwerte etwa 7 bis 10 °C Bodentemperatur. Achten Sie auch auf Frostgefahr. Ein warmer Tag allein heißt nicht, dass die Knollen schon ins Beet können.

Es gibt keinen festen Pflanztermin für ganz Deutschland, denn Wetter, Standort und Anbauform unterscheiden sich. Prüfen Sie die Bodentemperatur und die örtliche Wettervorhersage. Gehen Sie mit vorgekeimten Kartoffeln besonders vorsichtig um. Legen Sie die Knollen mit den kräftigen Keimen nach oben, damit die Triebe nicht abbrechen.

Für den Garten nennt der Sächsische Kartoffelverband als Richtwerte etwa 30 cm Abstand zwischen den Knollen und 70 bis 75 cm zwischen den Reihen. Diese Abstände sind eine Orientierung für den Beet-Anbau. In Pflanzgefäßen oder Pflanzsäcken gelten andere Platzverhältnisse.

Triebe vor Frost schützen

Vorgekeimte Kartoffeln können den Pflanzen einen Vorsprung von ungefähr 8 bis 14 Tagen verschaffen. Wie früh sich das bei der Ernte bemerkbar macht, hängt auch von Sorte und Wetter ab. Ein früherer Start bedeutet nicht automatisch mehr Kartoffeln.

Späte Fröste gefährden die jungen Triebe. Wenn die Triebe aus dem Boden kommen und Frost droht, decken Sie die Pflanzen mit Vlies ab. Kontrollieren Sie die Abdeckung nach der Frostnacht und nehmen Sie sie wieder ab, sobald keine Frostgefahr mehr besteht.

Pflanzkartoffeln und Speisekartoffeln unterscheiden

Das Vorkeimen von Pflanzkartoffeln dient dem Anbau. Für den Verzehr empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, alte, eingetrocknete oder keimende Kartoffeln nicht zu verwenden. Grüne Stellen und Augen sollten großzügig entfernt werden; besonders kleine Kinder sollten keine ungeschälten Kartoffeln essen. Pflanzgut gehört daher nicht automatisch in die Küche.

Hofnachfolge rechtzeitig regeln: So gelingt der Übergang

Wer einen landwirtschaftlichen Betrieb übergibt, klärt mehr als den Zeitpunkt der Unterschrift. Mit der Hofnachfolge wechseln Verantwortung und oft auch Eigentum; zugleich geht es um Einkommen, Wohnraum, Pflege und familiäre Erwartungen. Das Gespräch beginnt am besten, solange mehrere Wege offenstehen.

Die Landwirtschaftszählung 2020 zeigte, dass bei vielen Einzelunternehmen mit älteren Betriebsinhabern die Nachfolge ungeklärt war. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme aus dem Jahr 2020, keine aktuelle Quote für alle Höfe. Sie zeigen, wie leicht sich die Übergabe aufschieben lässt.

Hofnachfolge früh planen

Eine Hofübergabe braucht Zeit, weil die Familie erst herausfinden muss, wer den Betrieb führen möchte und ob er die nächste Generation wirtschaftlich tragen kann. Allgemeine Beratungsangebote zur Unternehmensnachfolge empfehlen, spätestens drei Jahre vor dem geplanten Übergang konkret zu planen und nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger zu suchen. Für Höfe ist das kein gesetzlicher Termin und nicht in jedem Fall ausreichend. Umbauten, Investitionen, Pachtverhältnisse und familiäre Fragen können mehr Vorlauf verlangen.

Beginnen Sie mit einem Gespräch, in dem noch keine Entscheidung feststehen muss. Jede beteiligte Person sollte offen sagen können, was sie sich für den Hof und für das eigene Leben wünscht. Eine erste Gesprächsrunde kann diese Fragen klären:

  • Möchte jemand den Hof tatsächlich übernehmen, und welche Bedingungen müssten dafür erfüllt sein?
  • Soll der Betrieb in der Familie bleiben, oder kommen auch andere Übergabeformen infrage?
  • Welche Aufgaben und Entscheidungen soll die übernehmende Person schrittweise übernehmen?
  • Was brauchen die abgebenden Eltern künftig an Einkommen, Wohnraum und Unterstützung?

Halten Sie offene Punkte schriftlich fest und vereinbaren Sie, wann Sie sie wieder aufgreifen. So bleibt die Planung in Bewegung, ohne die Familie zu einer frühen, unumkehrbaren Entscheidung zu drängen.

Führung und Eigentum trennen

Bei der Übergabe wechseln mehrere Dinge, die nicht zwingend am selben Tag übergehen müssen. Eine Person kann zunächst die Betriebsführung übernehmen, während Eigentumsfragen noch geklärt werden. Eine schrittweise Übergabe von Aufgaben und Verantwortung ermöglicht es, die Zusammenarbeit im Alltag zu erproben und Investitionen gemeinsam zu planen.

Klären Sie deshalb getrennt, wer künftig den Betrieb führt, wem Flächen und Gebäude gehören sollen und wann Eigentum übertragen wird. Beziehen Sie auch Maschinen, Vorräte, bestehende Schulden und mögliche außerlandwirtschaftliche Betriebszweige ein. Ein einfacher Zeitplan mit klaren Zuständigkeiten sorgt dafür, dass nicht alle Fragen bis zum selben Übergabetermin geklärt sein müssen.

Wirtschaftlichkeit des Hofs prüfen

Vor Preisverhandlungen oder Vertragsentwürfen braucht die Familie einen belastbaren Überblick über den Hof. Stellen Sie Einnahmen und laufende Kosten den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber. Erfassen Sie außerdem, welche Investitionen in den kommenden Jahren anstehen und wie sie finanziert werden sollen.

Entscheidend ist, ob der Betrieb nach der Übergabe genug Geld erwirtschaftet, um laufende Kosten, geplante Investitionen und vereinbarte Leistungen an die abgebende Generation zu tragen. Ein hoher geschätzter Hofwert beantwortet diese Frage nicht. Lassen Sie deshalb prüfen, welche Erträge und Zahlungsmittel dem Betrieb voraussichtlich zur Verfügung stehen, bevor Sie feste Zahlungen oder Ausgleichsleistungen vereinbaren. Eine unabhängige Bewertung kann außerdem helfen, unterschiedliche Vorstellungen über den Wert des Betriebs zu klären.

Wohnen und Versorgung klären

Die abgebende Generation braucht einen Plan, wie sie nach der Übergabe wohnen und ihren Lebensunterhalt sichern kann. Besprechen Sie früh, ob die Eltern im bisherigen Wohnhaus bleiben, in eine separate Wohnung ziehen oder Umbauten benötigen. Klären Sie auch, wer für Instandhaltung und laufende Kosten aufkommt.

Gehören Pflege oder Unterstützung im Alter zu den Erwartungen, müssen Umfang und Finanzierung konkret besprochen werden. Eine unklare Zusage belastet die Beziehung zwischen Eltern und Nachfolger und erschwert die wirtschaftliche Planung. Halten Sie fest, welche Hilfe die Familie vereinbart hat und welche Vorsorge zusätzlich nötig ist. Dazu gehören auch Vollmachten und die Frage, wer wichtige Angelegenheiten entscheiden darf, wenn eine Person dazu selbst nicht mehr in der Lage ist.

Geschwister früh einbeziehen

Auch Geschwister, die den Hof nicht übernehmen, sollten rechtzeitig erfahren, welche Vorstellungen die Familie verfolgt. Erklären Sie, welche Vermögenswerte übergeben werden, welche Zahlungen oder Leistungen vorgesehen sind und wie frühere Unterstützung bei der Vereinbarung berücksichtigt wird. So lassen sich Missverständnisse erkennen, bevor daraus feste Erwartungen entstehen.

Gerechtigkeit bedeutet dabei nicht automatisch, dass alle denselben Anteil erhalten. Die übernehmende Person muss den Hof weiterführen und finanziell tragen können; zugleich sollen die Interessen der übrigen Angehörigen nicht übergangen werden. Lassen Sie mögliche Ausgleichszahlungen daher mit Blick auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Betriebs prüfen. Eine familieninterne Einigung sollte nicht allein auf mündlichen Zusagen beruhen.

Mehr als eine Nachfolgeoption prüfen

Ein Kind ist nicht automatisch bereit, den Hof zu übernehmen. Eine Untersuchung zur Hofnachfolge in Bayern, die von Ende 2019 bis Anfang 2020 durchgeführt wurde, zeigte: Bei mehr als 80 Prozent der Betriebe mit ungeklärter Nachfolge sprachen sich die Befragten gegen eine Übergabe an eine familienfremde Person aus. Die Befragung war regional und ist nicht auf alle Höfe in Deutschland übertragbar. Sie weist aber auf eine praktische Hürde hin: Wer früh nur eine Familienübergabe als Möglichkeit gelten lässt, prüft andere Wege womöglich zu spät.

Neben der Übergabe an ein Familienmitglied kommen eine externe Nachfolgerin oder ein externer Nachfolger, eine Zusammenarbeit mit anderen Betrieben oder eine Verpachtung infrage. Wenn niemand den Betrieb fortführen will, kann auch eine geordnete Aufgabe die sinnvollste Lösung sein. Welche Möglichkeit passt, hängt unter anderem davon ab, ob Gebäude und Flächen gemeinsam übergehen sollen und welche Nutzung für den Betrieb tragfähig bleibt.

Rechtliche und steuerliche Beratung einholen

Welche rechtlichen Regeln gelten, richtet sich unter anderem danach, wo der Hof liegt, welche Rechtsform er hat und welche Vermögenswerte übertragen werden. Die Höfeordnung gilt, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. In anderen Ländern gelten andere Regelungen oder die allgemeinen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Lassen Sie die konkrete Rechtslage des Hofes deshalb fachlich prüfen.

Werden Grundstücke übertragen, muss der Vertrag notariell beurkundet werden. Ein Notar kann die rechtliche Gestaltung begleiten. Für steuerliche Fragen sollten Sie zusätzlich eine Steuerberatung hinzuziehen, die sich mit Landwirtschaft auskennt. Je nach Region unterstützen auch landwirtschaftliche Beratungsstellen, Kammern, Ämter oder Beratungsangebote für landwirtschaftliche Familien. Nehmen Sie zu den ersten Terminen eine Übersicht über Besitz, Schulden, Pachtverträge und geplante Investitionen mit.

Geflügelrassen für Hobbyhalter und Züchter im Portrait

Wer Geflügel halten möchte, sollte zuerst klären, wofür die Tiere gedacht sind und wie viel Platz, Auslauf und Zeit zur Verfügung stehen. Flugfreudige oder weit umherstreifende Rassen brauchen andere Zäune und Flächen als ruhige, schwere Hühner. Enten und Gänse benötigen zusätzlich Wasser- beziehungsweise Weideflächen.

Für die Eierhaltung gelten andere Maßstäbe als für die planmäßige Zucht oder den Erhalt seltener Rassen. Bei Hühnern, Enten und Gänsen unterscheiden sich die Rassen zum Beispiel darin, wie viele Eier sie legen und wie viel Platz sie brauchen.

Erst die Haltung planen

Die Zahl der Eier und das Aussehen allein zeigen nicht, ob eine Rasse zum eigenen Grundstück passt. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Auslauf sicher eingezäunt ist und genug Platz bietet. Überlegen Sie auch, ob Ihr Grundstück die Bedürfnisse der Tiere erfüllt. Flugstarke Hühner brauchen eine andere Einzäunung als schwerere, weniger flugfähige Tiere. Laufenten benötigen Platz zur Bewegung und Wasser für Gefiederpflege und Nahrungsaufnahme. Bei Gänsen stehen Weide und Bewegungsraum im Vordergrund.

Der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) nennt als Richtwerte für Hühner einen Quadratmeter Stallbodenfläche für drei Tiere und mindestens 2,5 Quadratmeter Auslauf je Huhn. Solche Richtwerte helfen bei der ersten Planung, belegen aber nicht, dass die Flächen für jede Rasse und jede Haltung ausreichen. Vergleichen Sie sie deshalb mit den Ansprüchen der gewählten Tiere und den Bedingungen vor Ort.

Hühner mit unterschiedlichen Stärken

Ein Zweinutzungshuhn eignet sich sowohl für die Eierproduktion als auch für die Fleischgewinnung. Die Bezeichnung beschreibt eine doppelte Nutzung, sagt aber noch nicht, wie eine Rasse auf einem bestimmten Hof lebt oder welche Leistung einzelne Tiere erreichen.

Vorwerkhuhn: Die GEH beschreibt das Vorwerkhuhn als robustes, wetterhartes und lebhaftes Zweinutzungshuhn mit gutmütigem Wesen. Für das erste Jahr, in dem die Hennen Eier legen, nennt sie etwa 170 gelbliche Eier. Hennen wiegen demnach 2 bis 2,5 Kilogramm, Hähne 2,5 bis 3 Kilogramm. Der Bruttrieb gilt als eher gering. Das Vorwerkhuhn passt zu Haltern, die sowohl Eier als auch ein mittelgroßes Huhn möchten. Die genannten Werte sind Richtwerte aus dem Rasseporträt, keine Garantie für jedes Tier.

Altsteirer: Altsteirer gelten als wetterfest und beweglich, zugleich sind sie ausgesprochen flugstark. Das Rasseporträt nennt 180 bis 200 Eier im Jahr. Eier, die ausgebrütet werden sollen, müssen mindestens 55 Gramm wiegen. Die Tiere passen eher zu einem Gelände mit viel Auslauf und einer durchdachten Einzäunung als zu einem kleinen, offenen Garten. Trotz ihrer Wetterfestigkeit brauchen Altsteirer wegen ihrer Flugstärke eine passende Einzäunung.

Westfälische Totleger: Diese lebhaften Hühner legen laut GEH im ersten Jahr etwa 180 bis 200 reinweiße Eier mit einem Gewicht von 50 bis 65 Gramm. Hähne wiegen 2 bis 2,5 Kilogramm, Hennen 1,5 bis 2 Kilogramm. Bei großem Auslauf entfernen sich die Tiere weit von ihrem Stall. Jungtiere gelten als scheu und fluchtbereit. Auch Totleger können unter passenden Bedingungen brütig werden und Eier ausbrüten.

Orpington: Orpingtons sind schwere, kompakte Zweinutzungshühner mit ruhigem Temperament und eingeschränkter Flugfähigkeit. Für Hennen nennt die GEH 120 bis 180 gelbschalige Eier im ersten Jahr und ein Gewicht von 3 bis 4,5 Kilogramm. Wer eine ruhigere, schwere Rasse sucht, kann sie mit den beweglicheren Altsteirern oder Totlegern vergleichen. Die Haltung muss trotzdem zu Körpergröße und Bedürfnissen der Tiere passen.

Die Angaben zu Eiern und Gewicht stammen aus einzelnen Rasseporträts. Weil die Werte unter unterschiedlichen Bedingungen erhoben wurden, lassen sich die Rassen damit nicht zuverlässig vergleichen. Nutzen Sie die Zahlen als Orientierung und fragen Sie beim Züchter nach den Eigenschaften der konkreten Zuchtlinie.

Enten und Gänse brauchen andere Flächen

Laufente: Laufenten sind agil und lebhaft. Die GEH nennt 100 bis 150 Eier pro Ente und Jahr. Ein Ei wiegt im Durchschnitt etwa 70 Gramm. Laufenten brauchen neben Auslauf auch Wasser. Es hilft ihnen, ihr Gefieder zu pflegen und Nahrung aufzunehmen. Wer Laufenten halten möchte, sollte daher zuerst klären, wie sich Bewegung und Wasserzugang auf dem eigenen Grundstück praktisch ermöglichen lassen.

Diepholzer Gans: Diepholzer Gänse gelten als bewegliche Weidetiere. Die GEH beschreibt die Rasse als robust und fruchtbar. Auch ihr Brut- und Führverhalten hebt sie hervor. Ganter wiegen etwa 7 Kilogramm, Gänse 5,5 bis 6 Kilogramm. Bei dieser Rasse stehen Weide und Bewegungsraum im Mittelpunkt; ein typisches Legeprofil hat eine geringere Bedeutung. Eine konkrete Flächenzahl lässt sich aus dem Rasseporträt nicht ableiten.

Erhaltungsstatus richtig einordnen

Die Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2025 führt 61 einheimische Hühner- und Zwerghuhnrassen. Ihre Einstufungen beruhen auf Bestandszahlen aus dem Jahr 2023. Darunter waren sechs Rassen als extrem gefährdet, 18 als stark gefährdet und elf als gefährdet eingestuft; 26 standen unter Bestandsbeobachtung. Die Kategorien gelten für die erfassten einheimischen und bodenständigen Rassen. Sie umfassen nicht alle Geflügelrassen weltweit.

Bei älteren Rasseporträts ist besondere Vorsicht nötig: Mehrere Angaben zu Beständen und Gefährdung stammen aus der Zuchtsaison 2016 oder aus einer früheren Liste. Diese Angaben zeigen, wie der Bestand damals aussah. Wer eine Rasse gezielt erhalten möchte, sollte den aktuellen Status mit Erscheinungsjahr und Geltungsbereich prüfen, statt eine ältere Kategorie ungeprüft zu übernehmen.

Zuchtbuch und Abstammung dokumentieren

Für planmäßige Zucht sollten Sie vor dem Kauf klären, woher die Tiere stammen und ob ihre Abstammung dokumentiert ist. In einem Zuchtbuch steht, welche Tiere miteinander verpaart wurden und welche Eigenschaften ihre Nachkommen haben. Solche Aufzeichnungen helfen, Zuchtziele zu verfolgen und enge Verwandtschaft bei kleinen Beständen im Blick zu behalten.

Ohne Fallnester lässt sich oft schwer feststellen, welche Henne welches Ei gelegt hat. Fallnester helfen dabei, erfordern aber zusätzliche Kontrollen. Ein GEH-Flyer nennt als gängige Praxis für kontrollierte Paarungen, zeitweise nur einen Zuchthahn in der Herde einzusetzen. Eine Zuchtgruppe besteht demnach aus einem Hahn und vier bis fünf Hennen. Das ist eine Orientierung für die Zuchtplanung, keine feste Regel für jede Rasse und jede Herde.

Ein örtlicher Rassegeflügelzuchtverein oder ein erfahrener Züchter hilft bei der Auswahl passender Tiere und beantwortet Fragen zur Zucht. Fragen Sie konkret nach Abstammung, Bruttrieb, Verhalten und den Eigenschaften der jeweiligen Linie. Ob Tiere oder Bruteier verfügbar sind, hängt von der Region und der jeweiligen Zucht ab.

Sturmversicherung für Landwirte: Darauf müssen Sie achten

Sturm kann Dächer abdecken und Vorräte beschädigen. Auch Feldfrüchte können umknicken. Gebäude samt Inhalt und Maschinen sind oft in unterschiedlichen Verträgen oder Zusatzbausteinen versichert. Das gilt auch für Ernte und Ertragsausfall. Welche Schäden gedeckt sind, hängt von der jeweiligen Police ab.

Prüfen Sie deshalb neben dem Begriff „Sturm“ auch, welche Sachen und Flächen versichert sind und wie der Vertrag Sturm definiert. Achten Sie außerdem darauf, welche Ausschlüsse und Versicherungssummen gelten und welche Fristen für die Schadenmeldung einzuhalten sind.

Welche Schäden sind versichert?

Die Gebäudeversicherung kann etwa Stall, Scheune oder Lagerhalle gegen Sturmschäden absichern. Im Vertrag steht, welche Gebäude und fest eingebauten Teile versichert sind. Schäden an gelagerter Ernte, Betriebseinrichtung oder Tierbestand fallen dagegen nicht automatisch unter die Gebäudeversicherung. Dafür braucht es eine passende Inhaltsdeckung.

Auch Maschinen und Anlagen sollten Sie einzeln prüfen. Eine Maschine, die im Freien steht, ist nicht zwangsläufig über die Gebäude- oder Inhaltsversicherung geschützt. Fragen Sie konkret nach den Geräten und Lagerorten, die Ihr Betrieb nutzt.

Für Schäden an Feldkulturen ist eine Ernteversicherung nötig, die Sturm ausdrücklich einschließt. Eine reine Hagelversicherung deckt Schäden durch Wind nicht automatisch ab. Ein zusätzlicher Baustein für Ertragsausfall kann laufende Kosten und entgangenen Gewinn absichern, wenn ein versicherter Sachschaden den Betrieb unterbricht. Dafür gelten eigene Voraussetzungen und meist eine vereinbarte Haftzeit, also ein begrenzter Zeitraum, für den der Versicherer leistet.

Gehen Sie Ihre Gebäude, Vorräte, Maschinen und Anbauflächen durch. Notieren Sie jeweils, in welchem Vertrag der betreffende Wert versichert ist und welche Lücken offenbleiben.

Wann gilt Wind als Sturm?

Viele Versicherungsbedingungen setzen Sturm ab Windstärke 8 auf der Beaufort-Skala an. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von mindestens 62 Kilometern pro Stunde. Maßgeblich bleibt jedoch die Definition in Ihrem Vertrag.

Lässt sich die Windstärke am Schadenort nicht sicher feststellen, können Schäden in der Umgebung oder der Zustand des Gebäudes als Belege dienen. Ob diese Hinweise genügen, richtet sich ebenfalls nach den Vertragsbedingungen. Fragen Sie deshalb vorab, welche Nachweise der Versicherer akzeptiert und wie Sie den Schaden dokumentieren sollen.

Feldfrüchte gesondert absichern

Sturm kann Saatgut verwehen, frisch gekeimte Saat beschädigen und Pflanzen umknicken oder aus dem Boden reißen. Besonders gefährdet sind hoch wachsende Pflanzen, die leicht umknicken. Dazu kann etwa Mais für Biogasanlagen gehören.

Prüfen Sie bei einer Ernteversicherung, ob Sturm als versicherte Gefahr aufgeführt ist und welche Kulturen sowie Flächen eingeschlossen sind. Wichtig ist auch der Hektarwert: Er gibt an, welcher Wert je Hektar versichert ist. Er sollte zur erwarteten Erntemenge und zum erwarteten Preis passen. Passen Sie ihn an, wenn sich Fruchtfolge, Preise oder Ertragserwartungen ändern.

Bei Biogasanlagen lohnt es sich, mögliche Kosten für Ersatzsubstrat und dessen Transport einzubeziehen. Fragen Sie außerdem, wie Sie Änderungen bei Anbauflächen und Kulturen melden müssen. Veraltete Angaben können dazu führen, dass die vereinbarte Absicherung nicht mehr zum Betrieb passt.

Ausschlüsse und Versicherungssumme prüfen

Auch eine Police mit Sturmdeckung kann bestimmte Schäden ausschließen. Manche Verträge schließen bewegliche Sachen, die im Freien stehen, sowie dort gelagerte Ernte aus. Bei Regen, der durch beschädigte Dächer oder Öffnungen eindringt, unterscheiden sich die Regelungen ebenfalls: Einige Verträge knüpfen den Schutz daran, dass der Sturm die Öffnung verursacht hat. Sturmflut kann gesondert ausgeschlossen sein.

Lesen Sie deshalb nach, was für Sachen gilt, die im Freien lagern, und für Schäden, die daraus entstehen. Klären Sie zum Beispiel, ob Ballen, Geräte oder mobile Anlagen draußen versichert sind und ob Regen Folgeschäden anrichtet, nachdem der Sturm das Dach beschädigt hat. Achten Sie auch auf Selbstbehalte und Entschädigungsgrenzen.

Die Versicherungssumme muss zum tatsächlichen Wert der versicherten Gebäude und Sachen passen. Aktualisieren Sie die Vertragsangaben, wenn Sie neue Hallen bauen, Gebäude umbauen oder anders nutzen oder Ihren Bestand vergrößern. Fragen Sie, ob der Vertrag auf den Einwand der Unterversicherung verzichtet. Dann kürzt der Versicherer die Entschädigung nicht wegen einer zu niedrigen Versicherungssumme. Prüfen Sie außerdem, ob Aufräum-, Abbruch- und Wiederherstellungskosten eingeschlossen sind und welche Grenzen dafür gelten.

Prämien und Förderungen vergleichen

Für zusätzlichen Versicherungsschutz zahlen Sie eine höhere Prämie. Vergleichen Sie deshalb die Kosten eines Bausteins mit den Schäden, die Ihren Betrieb besonders treffen würden. Ein Betrieb mit großen Hallen und wertvollen Vorräten hat andere Risiken als ein Betrieb, dessen größte Sorge sturmbedingte Ernteschäden sind. Entscheiden Sie anhand der konkreten Deckung. Der Produktname allein sagt nicht ausreichend aus, ob der Baustein zu Ihrem Betrieb passt.

Förderungen sind regional und an Bedingungen geknüpft. In Bayern nennt das Landwirtschaftsministerium für bestimmte Mehrgefahrenversicherungen einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Dabei gelten unter anderem Vorgaben zu Betriebssitz, Versicherungsvertrag und Mindestfläche. Die Ministeriumsseite nennt eine Antragsfrist für 2025. Daraus ergibt sich keine Frist für 2026. Prüfen Sie vor dem Abschluss die gültige Richtlinie und den aktuellen Antragszeitraum.

Sturmschaden melden und dokumentieren

Sichern Sie zuerst Menschen und Tiere. Tun Sie nur, was gefahrlos möglich ist, um weitere Schäden zu verhindern. Melden Sie den Schaden unverzüglich und halten Sie die Frist in Ihrem Vertrag ein. Die DLG nennt für Ernteschäden eine Meldefrist von vier Tagen. Für andere Verträge und Schadensarten gilt diese Frist nicht automatisch.

Dokumentieren Sie den Schaden, bevor Sie aufräumen oder reparieren. Fotografieren Sie Gebäude, beschädigte Gegenstände und betroffene Flächen. Halten Sie bei Kulturschäden Kulturart und Schadentag fest. Bewahren Sie beschädigte Sachen möglichst auf und stimmen Sie größere Reparaturen sowie die Entsorgung mit dem Versicherer ab. Fotografieren Sie auch notwendige provisorische Reparaturen und belegen Sie deren Kosten.

Die Biokiste: Frisches Gemüse direkt vom Hof bestellen

Eine Biokiste liefert Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau nach Hause. Je nach Anbieter stammen die Produkte vom eigenen Hof, von regionalen Partnerbetrieben oder anderen Bio-Erzeugern. Prüfen Sie Herkunft, Liefergebiet und Auswahl: „direkt vom Hof“ heißt nicht, dass alle Produkte dort angebaut wurden.

Manche Anbieter stellen saisonale Kisten zusammen, bei anderen wählen Sie den Inhalt selbst. Lieferintervalle, Preise und Bedingungen unterscheiden sich. Prüfen Sie Mindestbestellwert, Lieferkosten und Pfand. So sehen Sie, ob das Angebot zu Ihrem Einkauf passt.

Biokiste bestellen

Prüfen Sie zuerst, ob der Anbieter Ihre Adresse beliefert. Danach wählen Sie meist zwischen einer vorgeplanten Obst- oder Gemüsekiste und einem selbst zusammengestellten Warenkorb. Einige Anbieter erlauben Änderungen oder den Ausschluss bestimmter Sorten. Wie weit sich der Inhalt anpassen lässt, hängt vom Betrieb ab.

Auch der Lieferrhythmus ist unterschiedlich. Manche Höfe liefern wöchentlich oder alle zwei Wochen, andere bieten weitere Intervalle oder Einzelbestellungen an. Wer während einer Lieferung nicht zu Hause ist, kann bei manchen Anbietern einen Abstellort vereinbaren. Klären Sie dabei, wo die Kiste stehen darf und wie der Anbieter mit empfindlicher Ware umgeht.

Klären Sie vor der ersten Bestellung Mindestbestellwert und Liefergebühr. Fragen Sie auch, ob Pfand für Kisten oder Kühltaschen anfällt. Erkundigen Sie sich nach der Frist für Änderungen und nach Ersatzartikeln. Lassen Sie sich erklären, wie Sie eine Lieferung pausieren. Diese Regeln legt jeder Anbieter selbst fest.

Was in der Kiste landet

In saisonalen Kisten finden Sie Gemüse, das Sie beim normalen Einkauf vielleicht seltener kaufen. Im Herbst und Winter gehören dazu beispielsweise Pastinaken, Mangold oder Winterpostelein. Rezeptideen, die manche Anbieter beilegen, helfen bei der Zubereitung ungewohnter Zutaten.

Die Auswahl ändert sich im Lauf des Jahres. Wenn bestimmte Produkte regional gerade nicht verfügbar sind, ergänzt ein Betrieb sein Sortiment möglicherweise durch Bio-Ware aus anderen Regionen oder Ländern. Auch Bio-Südfrüchte aus europäischen Anbaugebieten können Teil einer Kiste sein. Wer ausschließlich Gemüse aus der näheren Umgebung möchte, sollte deshalb nach der Herkunft einzelner Produkte fragen.

Eine vorgeplante Kiste spart Auswahlzeit, verlangt aber etwas Flexibilität beim Kochen. Planen Sie Mahlzeiten um die gelieferten Zutaten herum und verbrauchen Sie empfindliches Gemüse zuerst. Wenn Sie bestimmte Sorten nicht essen, klären Sie vorab, ob sich diese ausschließen oder ersetzen lassen.

Bio erkennen und Herkunft prüfen

Kennzeichnungen zeigen, ob Bio-Produkte kontrolliert wurden. Das EU-Bio-Logo dürfen nur Produkte tragen, die die geltenden Vorschriften erfüllen. Bei verarbeiteten Lebensmitteln mit dem Logo müssen mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Das ist eine Regel für diese verarbeiteten Produkte, keine Aussage darüber, welcher Anteil einer beliebigen Lieferkiste bio ist.

Auf verpackten Bio-Lebensmitteln stehen außerdem der Code der Kontrollstelle und die Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe. Fragen Sie den Anbieter, woher das Gemüse stammt und ob die Produkte vom eigenen Hof oder von Partnerbetrieben kommen. So erkennen Sie besser, ob die Produkte von landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort kommen.

„Ökokiste“ bezeichnet auch eine gemeinsame Marke von Betrieben, die dem Verband Ökokiste e. V. angehören. Für diese Mitgliedsbetriebe gelten zusätzliche Verbandskriterien, etwa zu Regionalität, Mehrwegverpackungen und kurzen Transportwegen. Ein beliebiger Anbieter mit Biokisten-Angebot gehört deshalb nicht automatisch zum Verband. Achten Sie auf eine ausdrückliche Mitgliedschaft, wenn Ihnen dieser zusätzliche Standard wichtig ist.

Kosten und Verpackung vergleichen

Der Preis setzt sich nicht nur aus den Lebensmitteln zusammen. Mindestbestellwert, Lieferpauschale und Pfand können die Gesamtkosten verändern. Die Bedingungen unterscheiden sich deutlich zwischen Anbietern und können sich ändern. Vergleichen Sie daher den Endpreis eines typischen Einkaufs statt nur den Preis der Kiste.

Für Mehrwegkisten zahlen Sie zunächst Pfand. Bei der Rückgabe wird es in der Regel verrechnet. Fragen Sie, ob Sie leere Kisten bei der nächsten Lieferung zurückgeben können und wie der Anbieter mit beschädigtem oder fehlendem Leergut umgeht. Wenn Sie die Bestellung vor der Lieferung ändern können, lässt sich die Menge an den voraussichtlichen Verbrauch im Haushalt anpassen.

Umweltvorteile richtig einschätzen

Bio-Anbau, regionale Herkunft, saisonale Auswahl und Mehrwegverpackung sind unterschiedliche Merkmale. Eine Biokiste kann mehrere davon verbinden, doch der Name allein belegt keine bessere Umweltbilanz. Diese hängt auch davon ab, wie die Lebensmittel angebaut und gelagert werden und wie sie transportiert werden. Die Auslastung der Lieferfahrzeuge zählt ebenfalls. Ein regionales Produkt ist außerdem nicht automatisch saisonal.

Wenn Ihnen die Umweltwirkung wichtig ist, fragen Sie nach Herkunft und Transportwegen. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter Mehrweg nutzt und auf Flugware verzichtet. Verbandsbetriebe der Ökokiste haben dazu eigene Kriterien. Für einen allgemeinen Vergleich der Emissionen von Lieferdienst, Supermarkteinkauf und eigener Einkaufsfahrt gibt es hier keine belastbare Zahl. Eine pauschale Klimabilanz lässt sich daher nicht aus dem Kauf einer Biokiste ableiten.

Jagdhunde ausbilden: Natürliche Triebe richtig fördern

Richten Sie die Ausbildung an den Anlagen und der späteren Aufgabe Ihres Jagdhunds aus. Eine gute Nase, Spurwille und Vorstehverhalten sind Voraussetzungen, aber keine fertigen Fähigkeiten. Mit Übung, Gehorsam und ruhiger Zusammenarbeit lernt der Hund, sie bei der Jagd zuverlässig einzusetzen.

Die Schwerpunkte hängen von der Rasse, dem einzelnen Hund und seinem Einsatz ab: Ein Vorstehhund braucht eine andere Ausbildung als ein Spezialist für die Nachsuche. Rückruf, Leinenführigkeit und Ruhe unter Ablenkung gehören bei jedem Jagdhund zur Grundlage.

Natürliche Anlagen erkennen

Eine Anlage ist eine natürliche Neigung, etwa Interesse an einer Fährte oder Freude an der Suche. Eine Fertigkeit entsteht durch Lernen: Der Hund arbeitet eine Spur aus, wartet auf ein Signal oder bringt ein Stück kontrolliert zurück. Der Hund kann diese Fertigkeit für die Jagd nutzen, wenn sie zu seiner Aufgabe passt und er dabei führig bleibt.

Beobachten Sie Ihren Hund zunächst in überschaubaren Situationen. Sucht er Gerüche konzentriert ab? Bleibt er an einer Spur, oder lässt er sich schnell von etwas anderem ablenken? Zeigt er Wild an, oder läuft er ihm nach? Solche Beobachtungen geben Hinweise für die Förderung. Sie ersetzen weder eine fachliche Beurteilung noch eine Prüfung: Bei Jagdhundeprüfungen zählen unter anderem Nasengebrauch und Spurwillen. Bewertet werden auch Suche, Vorstehen und Führigkeit. Sie zeigen, welche Merkmale sichtbar sind, versprechen aber keine bestimmte Leistung.

Vergleichen Sie den Hund außerdem nicht nur mit anderen Hunden derselben Rasse. Jeder Hund bringt andere Anlagen mit. Rasse und Zuchtziel helfen bei der Wahl des Ausbildungswegs, legen aber nicht jede Fähigkeit des einzelnen Hundes fest.

Gehorsam ermöglicht Jagdarbeit

Bauen Sie Rückruf, Leinenführigkeit, Warten und Ablegen früh auf. Der Hund soll ein Signal auch dann befolgen, wenn Gerüche oder Wild seine Aufmerksamkeit beanspruchen. Beginnen Sie an einem ruhigen Ort. Steigern Sie die Ablenkung erst, wenn der Hund das Signal dort zuverlässig befolgt. Üben Sie den Rückruf zum Beispiel zunächst ohne Wildgeruch und später in kontrollierten Situationen mit mehr Ablenkung.

Gehorsam gibt dem Hund einen klaren Rahmen für seine Arbeit. Ein Hund, der eine Spur begeistert aufnimmt, aber auf ein Abbruchsignal nicht reagiert, ist im Gelände schwer zu führen. Lassen Sie dem Hund zugleich Raum für eigene Initiative. Belohnen Sie erwünschtes Verhalten und geben Sie dem Hund passende Gelegenheiten, seine Anlagen einzusetzen.

Übungen passend auswählen

Richten Sie die Förderung nach den späteren Aufgaben des Hundes aus. Für einen Hund, der später auf der Fährte arbeitet, ist konzentriertes Folgen einer Spur wichtig. Beginnen Sie mit einer einfachen Aufgabe, die der Hund bewältigen kann, und verändern Sie die Schwierigkeit erst, wenn er dabei ruhig und zielgerichtet bleibt. Wird er hektisch oder verliert er die Aufgabe aus dem Blick, machen Sie den nächsten Schritt leichter.

Suche und Vorstehen sind eigene Anlagen. Ein Hund, der gern ein Gebiet absucht, zeigt damit nicht automatisch Vorstehverhalten. Beobachten Sie, ob er Geruch aufnimmt und systematisch sucht. Achten Sie außerdem darauf, ob er Wild anzeigt, statt alle Verhaltensweisen unter einem allgemeinen „Jagdtrieb“ zusammenzufassen.

Auch das Apportieren ist nicht für jeden Hund das zentrale Ausbildungsziel. Wo es zur Aufgabe gehört, üben Sie, dass der Hund den Gegenstand ruhig aufnimmt, zurückbringt und abgibt. Werfen Sie den Gegenstand nicht ständig, damit sich der Hund nicht immer weiter aufregt. Wasserarbeit und Waldarbeit verlangen zusätzliche Fertigkeiten. Auch die Nachsuche gehört dazu. Bereiten Sie alle drei mit fachkundiger Anleitung vor.

Junge Hunde an Umweltreize gewöhnen

Junge Hunde profitieren von kurzen, positiven Begegnungen im Alltag. Dazu gehören unterschiedliche Menschen und Untergründe sowie Geräusche und andere Alltagssituationen. Lassen Sie den Welpen selbst bestimmen, wie schnell er sich einem Reiz nähert. Bei Rückzug, Erstarren oder starker Aufregung vergrößern Sie den Abstand oder beenden Sie die Situation. Zwingen Sie ihn nicht, sich einem Reiz zu nähern.

Für die Sozialisierungsphase, in der Welpen sich an ihre Umwelt gewöhnen, nennen Fachquellen unterschiedliche Altersgrenzen. Daraus lässt sich keine starre Regel ableiten, ab wann ein Welpe für bestimmte jagdliche Aufgaben bereit ist. Frühzeitige Gewöhnung an die Umwelt ist außerdem etwas anderes als anspruchsvolle Jagdausbildung. Schussgewöhnung und Arbeit an lebendem Wild gehören in fachkundige Hände und müssen kontrolliert stattfinden.

Lernschritte und Belastung steuern

Halten Sie Übungen so einfach, dass der Hund Erfolg haben und sich auf die Aufgabe konzentrieren kann. Beenden Sie eine Einheit, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt oder der Hund wiederholt nicht versteht, was von ihm erwartet wird. Dann war die Aufgabe zu schwer, die Ablenkung zu groß oder der Hund nicht aufnahmefähig. Kehren Sie zu einem bereits bekannten Schritt zurück.

Achten Sie auch auf die körperliche Belastung. Alter, Gesundheit, Kondition und die konkrete Aufgabe bestimmen, was der Hund bewältigen kann. Trainieren Sie nicht weiter, wenn der Hund Schmerzen zeigt oder deutlich erschöpft wirkt. Bei gesundheitlichen Fragen sollte eine Tierarztpraxis den Hund beurteilen. Das Tierschutzrecht setzt Grenzen für Training, das dem Hund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt oder ihm offensichtlich nicht zu bewältigende Leistungen abverlangt.

Wenn Sie erwünschtes Verhalten belohnen, helfen Sie dem Hund, es zu lernen. Fachleute bewerten Korrekturen und Hilfsmittel unterschiedlich. Entscheidend bleibt, dass Sie Maßnahmen sachkundig, angemessen und tierschutzgerecht einsetzen. Bei Unsicherheit holen Sie sich Unterstützung von einem qualifizierten Jagdhundeausbilder oder einem Jagdhundeverein.

Ausbildung am Einsatz ausrichten

Hunde mit einem breiten Einsatzgebiet und Spezialisten übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Deshalb braucht nicht jeder Hund dieselbe Ausbildung in Feld, Wald und Wasser. Klären Sie früh, für welchen Einsatz Sie den Hund führen möchten, und wählen Sie danach Kurs, Prüfungsziel und Übungen aus.

Prüfungsordnungen und Anforderungen an die Brauchbarkeit unterscheiden sich je nach Bundesland und Einsatzbereich. Erkundigen Sie sich bei einem örtlichen Jagdhundeverein oder beim zuständigen Jagdverband nach den geltenden Regeln. Auch Kursangaben zum Mindestalter oder zur Dauer gelten jeweils für das betreffende Angebot und sind keine allgemeine Altersvorgabe für alle Jagdhunde.