Pflanzkartoffeln richtig auswählen und vorkeimen

Wenn Sie Kartoffeln im eigenen Garten anbauen, wählen Sie Pflanzkartoffeln danach aus, wann Sie ernten und welche Gerichte Sie damit zubereiten möchten. Das sind Knollen, die zum Anbau verkauft werden. Bei geprüftem Pflanzgut können Sie sich eher darauf verlassen, dass die angegebene Sorte stimmt. Die Knollen werden außerdem auf typische Kartoffelkrankheiten kontrolliert.

Beim Vorkeimen bilden die Knollen vor dem Pflanzen kurze, kräftige Triebe. So können die Pflanzen etwas früher zu wachsen beginnen. Ein bestimmter Erntetermin oder ein höherer Ertrag ist damit nicht garantiert.

Pflanzkartoffeln auswählen

Kaufen Sie möglichst Knollen, die ausdrücklich als Pflanzkartoffeln angeboten werden. Sie sind sortenecht, tragen also die angegebene Sorte, und wurden auf typische Krankheiten geprüft. Bei der amtlichen Anerkennung prüft man die Bestände und Knollen. In Bayern prüft man dabei zum Beispiel auf Krankheiten, die Reinheit der Sorte und sichtbare Schäden.

Achten Sie beim Kauf auf unbeschädigte Knollen ohne Fäulnis. Welche Sorte passt, hängt von der Reifezeit, dem Kochtyp und den Bedingungen im Garten ab. Speisekartoffeln aus dem Handel lassen sich grundsätzlich ebenfalls pflanzen. Ihre Sorte und ihr Gesundheitszustand sind für den Anbau aber weniger verlässlich einschätzbar.

Pflanzkartoffeln sind für den Anbau bestimmt. Verwenden Sie sie deshalb nicht einfach als Speisekartoffeln, sofern sie nicht ausdrücklich als Lebensmittel verkauft werden. Umgekehrt gilt: Dass eine Speisekartoffel austreibt, macht sie noch nicht zu geprüftem Pflanzgut.

Sorte nach Ernte und Küche wählen

Die Reifezeit zeigt ungefähr, wann Sie die Kartoffeln ernten können. Frühe Sorten passen, wenn Sie möglichst früh im Jahr ernten möchten. Spätere Sorten kommen eher infrage, wenn Sie Kartoffeln für eine längere Lagerung anbauen wollen. Frühkartoffeln haben häufig eine lose Schale und eignen sich deshalb weniger gut für längeres Lagern.

Der Kochtyp zeigt außerdem, wofür sich die Kartoffeln eignen. Festkochende Kartoffeln behalten beim Garen ihre Form und passen zu Salaten oder Aufläufen. Vorwiegend festkochende Sorten sind vielseitig. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen leichter und eignen sich zum Beispiel für Püree, Knödel und Suppen. Prüfen Sie die Sortenbeschreibung auf dem Etikett, denn Sortennamen und verfügbare Angebote können sich ändern.

Sorten unterscheiden sich in Geschmack, Konsistenz und Erntezeit. Die Wahl einer Sorte garantiert weder eine gesündere Ernte noch einen bestimmten Nährstoffgehalt. Inhaltsstoffe hängen unter anderem von Sorte und Wachstumsbedingungen ab.

Pflanzkartoffeln hell vorkeimen

Beginnen Sie früh genug mit dem Vorkeimen, damit die Knollen bis zum geplanten Pflanztermin Zeit haben. Je nach Sorte, Temperatur und gewünschtem Vorsprung dauert es ungefähr zwei Wochen bis fünf bis sieben Wochen. Legen Sie die Knollen mit etwas Abstand in Eierkartons oder eine flache Kiste, damit sie Licht und Luft bekommen.

Stellen Sie die Knollen möglichst hell bei etwa 10 bis 20 °C auf. Die Empfehlungen unterscheiden sich je nach Vorgehensweise: Manche beginnen mit einer wärmeren Phase, andere stellen die Knollen direkt hell und eher kühl auf. Wichtig ist, dass die Triebe Licht bekommen. An einem dunklen, warmen Ort wachsen sie lang und dünn und brechen beim Pflanzen leichter ab.

Wenden oder bewegen Sie die Knollen möglichst wenig. Ziel sind kurze, fest sitzende Triebe, die im Licht gewachsen sind. Als Richtwert gelten etwa 1 bis 2 cm; die tatsächliche Länge hängt von Sorte und Bedingungen ab. Die Knollen müssen nicht alle am selben Tag gleich weit ausgetrieben sein.

Den richtigen Pflanztermin abwarten

Pflanzen Sie erst, wenn der Boden abgetrocknet und warm genug ist. Gartenbau-Empfehlungen nennen als Richtwerte etwa 7 bis 10 °C Bodentemperatur. Achten Sie auch auf Frostgefahr. Ein warmer Tag allein heißt nicht, dass die Knollen schon ins Beet können.

Es gibt keinen festen Pflanztermin für ganz Deutschland, denn Wetter, Standort und Anbauform unterscheiden sich. Prüfen Sie die Bodentemperatur und die örtliche Wettervorhersage. Gehen Sie mit vorgekeimten Kartoffeln besonders vorsichtig um. Legen Sie die Knollen mit den kräftigen Keimen nach oben, damit die Triebe nicht abbrechen.

Für den Garten nennt der Sächsische Kartoffelverband als Richtwerte etwa 30 cm Abstand zwischen den Knollen und 70 bis 75 cm zwischen den Reihen. Diese Abstände sind eine Orientierung für den Beet-Anbau. In Pflanzgefäßen oder Pflanzsäcken gelten andere Platzverhältnisse.

Triebe vor Frost schützen

Vorgekeimte Kartoffeln können den Pflanzen einen Vorsprung von ungefähr 8 bis 14 Tagen verschaffen. Wie früh sich das bei der Ernte bemerkbar macht, hängt auch von Sorte und Wetter ab. Ein früherer Start bedeutet nicht automatisch mehr Kartoffeln.

Späte Fröste gefährden die jungen Triebe. Wenn die Triebe aus dem Boden kommen und Frost droht, decken Sie die Pflanzen mit Vlies ab. Kontrollieren Sie die Abdeckung nach der Frostnacht und nehmen Sie sie wieder ab, sobald keine Frostgefahr mehr besteht.

Pflanzkartoffeln und Speisekartoffeln unterscheiden

Das Vorkeimen von Pflanzkartoffeln dient dem Anbau. Für den Verzehr empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, alte, eingetrocknete oder keimende Kartoffeln nicht zu verwenden. Grüne Stellen und Augen sollten großzügig entfernt werden; besonders kleine Kinder sollten keine ungeschälten Kartoffeln essen. Pflanzgut gehört daher nicht automatisch in die Küche.

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