Gewächshaus selber bauen: Anleitung für den Garten

Sie können ein selbst gebautes Gewächshaus an Ihren Garten und Ihre Pflanzen anpassen. Für eine Saison reicht oft ein Folientunnel. Wenn Sie das Gewächshaus mehrere Jahre nutzen wollen, brauchen Sie einen stabilen Rahmen, passende Platten oder Glas und eine sichere Verankerung. Welche Bauweise passt, hängt davon ab, was Sie anbauen, wo das Gewächshaus steht und wie viel Sie ausgeben möchten.

Planen Sie zuerst die Größe, die Lüftung und den Untergrund. Wählen Sie dann das Material. Stecken Sie den Bauplatz ab, richten Sie das Fundament aus, montieren Sie den Rahmen und befestigen Sie die Platten oder das Glas. Maße und Abstände für die Befestigung hängen vom Material oder Bausatz ab.

Gewächshaus planen

Überlegen Sie, was Sie im Gewächshaus anbauen und wie lange Sie es nutzen wollen. Für Tomaten und anderes Sommergemüse reicht oft ein Gewächshaus für eine Saison. Wenn Sie Pflanzen früh vorziehen oder das Gewächshaus mehrere Jahre nutzen möchten, lohnt sich ein stabiler Rahmen aus Holz oder Aluminium mit Doppelstegplatten oder Glas.

Als grober Richtwert brauchen Sie für den Gemüseanbau zwei bis vier Quadratmeter pro Person. Für einen Vierpersonenhaushalt sind das etwa acht bis 16 Quadratmeter. Wie viel Platz Sie tatsächlich brauchen, hängt davon ab, wie viel Sie anbauen und ob Sie Wege, Regale oder eine Arbeitsfläche einplanen. Ein höheres Gewächshaus lässt die Luft besser zirkulieren und bietet mehr Platz für hohe Pflanzen.

Zeichnen Sie vor dem Einkauf einen Grundriss mit Tür, Beeten und Laufweg. Eine Tür an der schmalen Seite und ein gut erreichbares Dachfenster erleichtern die tägliche Nutzung. Bedenken Sie, dass Sie Platten und Rahmenteile beim Aufbau bewegen müssen. Ein großes Gewächshaus ist daher nicht automatisch praktischer als ein kleineres mit guter Planung.

Standort fürs Gewächshaus wählen

Ein geeigneter Platz ist sonnig, möglichst eben und vor starkem Wind geschützt. Wählen Sie die Fläche so, dass Sie das Gewächshaus bequem erreichen und Wasser zum Gießen in der Nähe haben. Ein Stromanschluss ist hilfreich, wenn Sie elektrische Geräte einsetzen möchten, gehört aber nicht zu jeder Gartenlösung.

Starke Mittagssonne heizt das Gewächshaus auf. Planen Sie deshalb genügend Lüftungsmöglichkeiten oder eine Beschattung ein. Bäume in der Nähe spenden Schatten, doch Laub und Äste können Dach und Rinnen belasten. Halten Sie genug Abstand, damit Sie das Gewächshaus reinigen und warten können.

Richten Sie das Gewächshaus nach der geplanten Nutzung aus. Eine Ost–West-Ausrichtung kann für frühe und späte Kulturen sowie für die Anzucht von Sommerblumen sinnvoll sein. Für Sommerkulturen kommt auch eine Nord–Süd-Ausrichtung infrage. Prüfen Sie, wie Sonne und Schatten auf Ihrem Grundstück tatsächlich verlaufen. Eine bestimmte Himmelsrichtung ist nicht für jeden Garten vorgeschrieben.

Folientunnel, Platten oder Glas wählen

Der leichte, vergleichsweise günstige Folientunnel eignet sich besonders für den saisonalen Anbau. Wegen seines geringen Gewichts braucht er einen windgeschützten Standort und eine zuverlässige Verankerung. Die Folie hält in der Regel weniger lange als eine feste Eindeckung.

Doppelstegplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas sind leicht und bruchsicher. Polycarbonat dämmt in der Regel besser als Acrylglas; die Dämmwirkung hängt auch von der Plattenstärke ab. Prüfen Sie beim konkreten Produkt, welche Seite nach außen gehört, ob die Platte für Dach oder Wand vorgesehen ist und welche Profile und Befestigungen dazu passen.

Glas kommt für eine dauerhafte Konstruktion infrage, bringt aber mehr Gewicht und verlangt eine entsprechend tragfähige, genau ausgerichtete Gründung. Bei jeder Bauweise müssen Rahmen und Verankerung zu Wind und möglicher Schneelast am Standort passen. Für größere oder schwere Gewächshäuser reicht eine allgemeine Anleitung nicht für die statische Planung. Bei einem größeren oder schweren Gewächshaus benötigen Sie deshalb einen passenden Bauplan oder fachliche Beratung.

Material und Werkzeug vorbereiten

Ein Holzgewächshaus aus einzelnen Bauteilen ist eine Möglichkeit für den Selbstbau. Sie fertigen einzelne Fensterelemente mit Acryl-Doppelstegplatten und verbinden sie zu Wänden und Dach. Solche Beispiele zeigen, wie der Aufbau funktioniert. Die Maße und Materialmengen gelten aber nur für die jeweilige Konstruktion. Übernehmen Sie sie nicht ungeprüft für ein anderes Gewächshaus.

Je nach Bauart benötigen Sie einen Rahmen, Platten oder Glas für Dach und Wände, Verbindungsmittel, Türbeschläge und Teile für die Lüftung. Dazu kommen Materialien für den Untergrund oder das Fundament. Für die Arbeit brauchen Sie zum Beispiel ein Maßband, eine Wasserwaage, einen Winkel, eine Säge und eine Bohrmaschine. Tragen Sie beim Sägen und Bohren geeignete Schutzkleidung und eine Schutzbrille. Größere Bauteile können Sie sicherer zu zweit aufstellen und verbinden.

Erstellen Sie vor dem Kauf anhand Ihres Plans eine Liste der benötigten Zuschnitte und Materialien. Prüfen Sie, ob Platten, Profile und Befestigungsmittel zusammenpassen. Das Holz muss für den Einsatz im Freien geeignet sein. Beachten Sie die Herstellerhinweise zu Schutz und Pflege.

Gewächshausfundament vorbereiten

Die passende Fundamentart richtet sich nach der Größe und dem Gewicht des Gewächshauses. Auch seine Bauart spielt eine Rolle. Für ein kleines, leichtes Folien- oder Kunststoffhaus kann ein vorbereiteter, verdichteter Untergrund mit Gehwegplatten reichen. Größere oder schwerere Gewächshäuser brauchen je nach Modell einen Fundamentrahmen, ein Punktfundament oder ein Streifenfundament. Folgen Sie den Herstellerangaben und berücksichtigen Sie die Bedingungen am Standort.

Für Fundamente gibt es keine einheitliche Tiefe. Bauanleitungen nennen je nach Fundamentart und Zweck unterschiedliche Maße. Prüfen Sie deshalb, ob die Tiefe aus einer fremden Anleitung zu Ihrem Gewächshaus passt, bevor Sie sie übernehmen. Der Untergrund muss eben und stabil sein. Außerdem muss sich der Rahmen daran gegen Wind sichern lassen.

Markieren Sie die Außenmaße und prüfen Sie die Fläche, bevor Sie den Rahmen aufsetzen. Messen Sie die beiden Diagonalen des Rechtecks. Sind sie gleich lang, sind die Ecken rechtwinklig. Richten Sie den Untergrund mit einer Wasserwaage aus und befestigen Sie das Gewächshaus passend zum Fundament. Eine schiefe oder lockere Basis erschwert den Einbau der Platten und belastet später Türen und Verbindungen.

Den Rahmen montieren

Bauen Sie die Wand- und Dachteile nach Ihrem Plan auf einer ebenen Fläche zusammen. Bei einem Holzrahmen verbinden Sie die zugeschnittenen Teile und prüfen, ob jedes Element rechtwinklig ist. Stellen Sie dann die Wände auf, verbinden Sie sie miteinander und befestigen Sie den Rahmen am vorbereiteten Untergrund. Lassen Sie sich beim Aufrichten großer Teile helfen.

Montieren Sie das Dach mit dem vorgesehenen Gefälle, damit Regenwasser abläuft. Die passende Dachneigung hängt von der Konstruktion ab. Folgen Sie den Vorgaben des Bauplans oder des Systems für die Dachplatten. Prüfen Sie vor dem Befestigen der Platten, ob der Rahmen stabil steht und die Flächen, auf denen sie aufliegen, richtig ausgerichtet sind.

Eindeckung und Tür montieren

Befestigen Sie die Platten mit den Profilen und Verbindungsmitteln, die der Hersteller vorgibt. Kunststoffplatten dehnen sich bei Wärme aus. Wie viel Abstand nötig ist, hängt vom Material und vom Montagesystem ab. Eine Anleitung für eine bestimmte Acrylkonstruktion sieht zum Beispiel an den Seiten zwei bis drei Millimeter Spielraum vor. Dieser Abstand gilt nicht automatisch für andere Platten. Folgen Sie den Produktangaben zu Abstand, Einbaurichtung und Befestigung.

Setzen Sie Tür und Fenster so ein, dass sie sich ohne Verkanten öffnen und schließen lassen. Prüfen Sie die Tür nach der Montage erneut, bevor Sie Innenbeete oder Regale einrichten. Bei Folienkonstruktionen muss die Folie straff sitzen und an den vorgesehenen Punkten sicher befestigt sein, damit Wind sie nicht anhebt.

Lüftung mit einplanen

An warmen Tagen heizt sich die Luft im Gewächshaus stark auf. Dachfenster und Türen lassen die überschüssige Wärme entweichen. Regelmäßiges Lüften senkt außerdem die Feuchtigkeit, die Schimmel und Pilzprobleme begünstigt.

Planen Sie die Lüftung schon im Grundriss. Ein aufstellbares Dachfenster ist bei einer festen Konstruktion eine praktische Ergänzung zur Tür. Wie viele Öffnungen nötig sind, hängt von Größe und Form des Gewächshauses ab. Ein Abstand von ungefähr zwei Metern zwischen Dachklappen auf beiden Seiten passt nur zu bestimmten Konstruktionen und ist keine feste Vorgabe für jedes Gewächshaus.

Kosten für den Gewächshausbau

Die Kosten hängen vor allem von Größe, Fundament und Material für Dach und Wände ab. Für einfache Folientunnel nennen Händler teils Preise unter 50 Euro; für ein Modell von drei mal zwei Metern liegen andere Richtwerte bei etwa 150 bis 400 Euro. Eine einfache Holzkonstruktion mit Folie kostet laut Richtwerten 150 bis 300 Euro. Gewächshäuser mit Hohlkammerplatten oder Glas sind teurer.

Diese Beträge dienen nur als grobe Orientierung und lassen sich nicht direkt vergleichen. Prüfen Sie, ob Fundament, Beschläge, Profile, Tür, Dachfenster, Holzschutz und Werkzeug im Preis enthalten sind. Bei einem Holzgewächshaus hängen die Kosten außerdem von der Materialqualität und der Ausstattung ab.

Baurecht vorab prüfen

Welche Regeln gelten, hängt vom Bundesland, Grundstück und Bauvorhaben ab. Auch ohne Genehmigungsverfahren müssen Sie für ein Gewächshaus andere Vorschriften einhalten. Dazu gehören zum Beispiel Abstände zur Grundstücksgrenze, der Bebauungsplan und örtliche Vorgaben. Für private Gewächshäuser können andere Regeln gelten als für betriebliche Anlagen.

Fragen Sie vor dem Bau beim zuständigen Bauamt nach den Vorgaben für Größe, Standort und Nutzung. Erkundigen Sie sich auch, ob Ihr Grundstück in einem Schutzgebiet liegt oder besonderen Festsetzungen unterliegt. Eine Größenangabe aus einem anderen Bundesland gilt nicht automatisch für Ihren Garten.

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