Wählen Sie den Zaun danach aus, welche Tiere er einschließen oder fernhalten soll: Ein Weidezaun hält Nutztiere auf der Fläche, ein Wildschutzzaun hält Wildtiere von Kulturen oder anderen Flächen fern. Ein Wildgehegezaun hält Wildtiere im Gehege und möglichst fremde Tiere draußen.
„Wildzaun“ kann einen Schutzzaun gegen Wild oder einen Zaun für ein Wildgehege bezeichnen. Klären Sie deshalb zuerst, welche Tiere draußen bleiben und welche eingeschlossen werden sollen.
Aufgaben der drei Zaunarten
| Zaunart | Hauptaufgabe | Typische Ausführung |
|---|---|---|
| Weidezaun | Nutztiere auf der Weide halten | Elektrozaun, stabiler Drahtzaun oder Kombination |
| Wildschutzzaun | Wildtiere von Kulturen, Jungpflanzen oder Flächen fernhalten | Häufig Knotengeflecht, je nach Schutzziel auch Elektrozaun |
| Wildgehegezaun | Gehaltene Wildtiere im Gehege halten und Eindringlinge abwehren | Stabiler Knotengitterzaun, teils mit zusätzlichem Elektrozaun |
Ein Zaun kann mehrere Aufgaben erfüllen. Ein Weidezaun kann auch Wildtiere abwehren. Ein Elektrozaun kann Nutztiere auf der Weide halten und Feldfrüchte vor Wildschweinen schützen. Der Zaun muss zum jeweiligen Tier passen. Dazu gehören Höhe und Maschenweite ebenso wie Drahtstärke und elektrische Wirkung.
Weidezäune halten Nutztiere
Ein Weidezaun soll Nutztiere sicher auf der Fläche halten. Der Zaun muss verhindern, dass etwa Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen ausbrechen. Welche Bauart passt, hängt unter anderem von Tierart, Verhalten, Gelände und Ausbruchsrisiko ab. Ein mechanischer Zaun bildet eine feste Barriere, ein Elektrozaun wirkt mit Stromimpulsen. Beim Kombizaun kommen beide Wirkungen zusammen. Diese Anforderungen nennt man Hütesicherheit.
Ein Weidezaun ist nicht automatisch für den Herdenschutz geeignet. Dafür gelten je nach Tierart, Bundesland und Förderzweck unterschiedliche Empfehlungen. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen nennt für bestimmte Herdenschutz-Zäune für Schafe und Ziegen mindestens 90 Zentimeter Höhe und eine Hütespannung von mindestens 2.500 Volt. Die Hütespannung ist die elektrische Spannung am Zaun. Bei Litzenzäunen empfiehlt er mindestens vier Litzen in 20, 40, 60 und 90 Zentimetern Höhe. Diese Werte beziehen sich auf den hessischen Herdenschutz-Kontext und sind keine allgemeine Vorgabe für alle Weidezäune.
Prüfen Sie die regionalen Empfehlungen für Ihren Zweck und kontrollieren Sie regelmäßig, ob der Elektrozaun funktioniert. Die hessischen Herdenschutz-Empfehlungen sehen vor, die Hütespannung täglich zu messen und zu dokumentieren.
Wildschutzzaun hält Wildtiere fern
Ein Wildschutzzaun hält Wildtiere zum Beispiel von Forstkulturen und Feldfrüchten fern. Die nötige Höhe und Maschenweite hängen von der Wildart ab. Ein Zaun gegen Hasen muss anders gebaut sein als einer gegen Rehe oder Hochwild. Planen Sie deshalb danach, welche Wildart den Schaden verursacht. Kaufen Sie nicht allein nach einer Bezeichnung wie „Wildzaun“.
Für Forstkulturen empfiehlt das bayerische Waldbesitzer-Portal, einzelne Zaunflächen möglichst nicht größer als zwei Hektar anzulegen. Größere Flächen lassen sich demnach schwerer dauerhaft so einzäunen, dass kein Wild eindringt. Diese Empfehlung ist keine gesetzliche Obergrenze. Prüfen Sie den Zaun regelmäßig und reparieren Sie Schäden, unabhängig von der Fläche.
Auch ein Zaun, der eine bestimmte Wildart fernhalten soll, kann die Wege anderer Wildtiere versperren. Begrenzen Sie den Schutz deshalb möglichst auf die Zeit, in der die Fläche gefährdet ist. Berücksichtigen Sie bei der Planung auch, wie der Zaun die Wechsel der Wildtiere beeinflusst.
Wildgehegezäune halten Tiere im Gehege
Ein Wildgehegezaun muss die gehaltenen Tiere im Gehege halten und andere Tiere möglichst fernhalten. Dafür muss er in der Regel mehr leisten als ein gewöhnlicher Weidezaun. Die Broschüre „Sichere Weidezäune“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung empfiehlt für die dort behandelten Wildgehege einen stabilen Außenzaun aus Knotengitter. Sie beschreibt einen reinen Elektro-Außenzaun nicht als zulässige Lösung.
Die Broschüre nennt als Richtwerte eine Zaunhöhe von 1,8 Metern für Dam-, Sika- und Muffelwild sowie 2,0 Metern für Rotwild. Bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern dürfen die waagerechten Drähte höchstens 7,5 Zentimeter Abstand haben. Die Pfosten sollen 3,5 bis 5 Meter auseinanderstehen. Diese Maße gelten für die dort behandelten Tierarten und Gehege. Sie sind keine allgemeinen Vorgaben für jeden Wildschutzzaun.
Für Wildgehege gelten andere rechtliche Regeln als für Flächen, die nur vor Wild geschützt werden. Nach § 43 des Bundesnaturschutzgesetzes zählen bestimmte dauerhafte Einrichtungen als Tiergehege, wenn dort wildlebende Arten außerhalb von Gebäuden gehalten werden. Solche Gehege müssen Sie grundsätzlich mindestens einen Monat vor dem Bau bei der zuständigen Behörde anzeigen. Die Bundesländer können Ausnahmen festlegen.
Zaun nach Aufgabe auswählen
Legen Sie vor dem Kauf fest, welche Tiere der Zaun einschließen und welche er ausschließen soll. Für Nutztiere auf der Weide wählen Sie den Zaun nach Tierart und Hütesicherheit aus. Für gefährdete Kulturen richten Sie Höhe und Maschenweite nach den Wildarten aus, die Schäden verursachen. Ein Wildgehege braucht einen stabilen Außenzaun, der zur gehaltenen Wildart passt.
Berücksichtigen Sie auch Gelände, Tore, Untergrund und Pflegeaufwand. Ein Zaun hält Tiere nicht zuverlässig zurück, wenn er schlecht am Boden abschließt oder beschädigt ist. Elektrische Zäune brauchen eine funktionierende Stromversorgung und müssen regelmäßig kontrolliert werden. Drahtgeflechtzäune können viel Arbeit machen und die Wege von Wildtieren stärker versperren.
Vorschriften und Kosten prüfen
Es gibt keine bundesweite Regel, die alle Bau- und Sicherheitsfragen zu Weide- und Wildschutzzäunen abdeckt. Welche Anforderungen gelten, hängt vom Zweck des Zauns und davon ab, wo Sie ihn bauen: Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Standort. Im Außenbereich und in Schutzgebieten gelten zusätzliche Vorgaben. Fragen Sie vor dem Bau bei der zuständigen Bau- oder Naturschutzbehörde nach. Das gilt besonders, wenn Sie ein Gehege errichten.
Ein allgemeiner Kostenvergleich zwischen Weidezaun und Wildzaun sagt wenig aus. Der Preis hängt unter anderem von Zaunlänge und -höhe, Gelände, Material, Toren und Montage ab. Holen Sie Angebote für den geplanten Zaun ein. Berücksichtigen Sie beim Vergleich auch den Aufwand für Kontrolle und Reparatur.
